Der Paias (in anderen Gegenden auch Nubbel oder Kirmeskerl genannt)
Der vielfach gebrauchte Name „Paias“, leitet sich ab von französisch „paillasse“ (= Strohsack, im übertragenen Sinne aber auch Hampelmann, Hanswurst). Die Bezeichnung dürfte in der Zeit der französischen Besetzung um 1800 im Rheinland heimisch geworden sein, kennt man die Figur des „paillasse“ doch auch in Südfrankreich. In Italien machte der Paias als „pagliaccio“, also Bajazzo, in der Commedia dell'arte Karriere. Ähnliche, „Fallas“ genannte Puppen spielen in einem gleichnamigen katalanischen Nationalfest eine wesentliche Rolle. Im Rheinland und im Ruhrgebiet dient der Begriff Paias als verbreitetes Schimpfwort für einen tölpelhaften Menschen. Er wird dann auch als „Paiaskopp“ benutzt, übertragen also „Strohkopf“.
Am Ende einer Kirmes erwartet den Paias dann eine "Gerichtsverhandlung", die unweigerlich, je nach örtlichen Traditionen und Gegebenheiten, mit der Verbrennung, mit dem Versenken im Rhein oder schlicht mit dem Begraben endet, da ihm all die Missgeschicke und Schandtaten zugeschrieben werden, die sich während der Kirmes und darüber hinaus im gesamten vergangenen Jahr ereignet haben.
Bei uns muss der Paias den “Tod durch Wärmezufuhr” erleiden. Er hat auch eine Frau, die bei der Gerichtsverhandlung laut jammernd sein und ihr Schicksal beklagt. Es hilft aber nichts, denn der arme Kerl wird trotzdem verbrannt.
In diesem Jahr musste der Ortsring den Paias bauen. Nun war man auf der Suche nach einer Frau und zukünftigen Witwe. Just zu diesem Zeitpunkt bin ich krankheitsbedingt durch eine, für mich sehr unangenehme, krumme Körperhaltung aufgefallen, was mich zur idealen Witwe des Paias machte. Da ich die meiste Zeit sowieso jammernderweise im Sitzen verbrachte, habe ich natürlich mitgemacht.
Die nachfolgenden Bilder lassen erkennen, dass Brauchtumspflege viel Spaß machen kann.

Die "Birker Straße" während der Kirmes. Hier findet dann die Gerichtsverhandlung statt und der arme Paias wird eine trauernde Witwe hinterlassend

In einer Garage treffen sich die fleißigen Erbauer des Paias

Mal schauen, ob denn der Hut auch passt

Ich glaube, da hat Lagerfeld Pate gestanden

Eine kleine Pause muss sein

Weil es ja so anstrengend war, gibt es erst einmal etwas zur Stärkung

Auf dem Weg zum Kirmesplatz. Sieht er nicht klasse aus?

Passen wir nicht gut zusammen?

In zwei Tagen soll er also für die Sünden der anderen verbrannt werden

Zuvor wird er dem Gericht übergeben und in sichere Verwahrung genommen

Er hat sich für das Henkersbier entschieden, weil er keinen Hunger hatte

Nun kommt ein Abschied für zwei Tage

Wir veraschieden uns für zwei Tage vom Paias

In luftiger Höhe, damit er nicht entführt werden kann, harrt er der Dinge, die da kommen

Das Gericht eröffnet die Sitzung

Nun ist es soweit, denn sein Ende naht

Der Richter, am Mikrofon, ist erbarmungslos

Die Frau des Paias, links im Bild, voll der Trauer

Die Witwe, mit Hauspuschen, Stock und Perlentäschchen,
ist voll von der Trauer überwältigt

Endlich erbarmt sich der Richter die arme Witwe zu trösten

Da ich mit meiner Sorge und der Trauer um den armen Paias so arg beschäftigt war, habe ich Manfred beauftragt, all das Leid des Paias und seiner Frau mit der Kamera festzuhalten. Seine Arbeit habe ich für diese Seite in einem kleinen Film bereitgestellt.

Wie schon in den letzten Jahren wird die Kirmes mit einem Feuerwerk beendet


Der anschließende kleine Film lässt erkennen, wieviel Spaß man an Kirmes haben kann
Leider sind alle meine Videos, die ich bei "My Video" eingestellt habe nicht mehr abrufbar. Ich muss erst abklären, warum die Aufnahmen nicht mehr vorhanden sind. Bis dahin bitte ich meine Besucher um Verständnis. Sollte alles wieder einwandfrei funktionieren, werde ich auf der Seite "News" darüber informieren.
